Sonne, Sand, Strandvergnügen. So schön können Ferien sein. Für rund 2 Millionen Kinder hat der Tourismus aber eine Schattenseite. Sie werden ins Sexgewerbe gezwungen. Kindersextourismus ist in vielen Feriendestinationen ein lukratives kriminelles Geschäft.
Aus Umfragen wissen wir: Schweizer Reisende tolerieren Kindersextourismus nicht und wollen sich dagegen engagieren. Gemeinsam mit Ihnen möchte die Stiftung Kinderschutz Schweiz nun bewusst hinsehen und couragiert handeln. Denn Kinder sind Kinder – überall. Ihnen gebührt Schutz und Unterstützung.
Die Kampagne «Nicht wegsehen - www.stopchildsextourism.ch»
Unter dem Titel «Nicht wegsehen – www.stopchildsextourism.ch» hat die Stiftung Kinderschutz Schweiz im November 2010 eine Kampagne gestartet, um zusammen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft, SECO, dem Bundesamt für Polizei (fedpol) und mit Schweizer Tourismusgrössen wie Kuoni, Hotelplan, Accor, Globetrotter, TUI und dem Schweizerischen Reisebüroverband den Schutz der Kinder in Feriendestinationen zu erhöhen. Auch in Deutschland und Österreich wurden Kampagnen lanciert.
Im Zentrum der Kampagne steht das Online-Meldeformular www.stopchildsextourism.ch mit dem Sie Verdachtsfälle von Kindersextourismus melden können.
Ohne Sie geht es nicht!
Wenn wir Minderjährige wirklich vor Kindersextourismus schützen wollen, brauchen wir die Politik, die Tourismuswirtschaft, Strafverfolgungsbehörden, Kinderschutzorganisationen und besonders Sie, die Reisenden, um gemeinsam das Netz zum Schutz der Kinder und Jugendlichen enger zu knüpfen.
Wir sind uns bewusst: Es ist nicht leicht Zivilcourage zu zeigen, wenn man nicht sicher sein kann, ob am Verdacht etwas dran ist. Die Stiftung Kinderschutz Schweiz beantwortet fünf Fragen, die es Ihnen erleichtern sollen, aktiv zu werden:
Wovon sprechen wir?
Sex mit Kindern ist ein Geschäft, das jährlich Milliarden von Dollar in die Kassen krimineller Netzwerke spült. Die Täter nutzen dabei die Anonymität des Ferienortes. Die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen ist aber weltweit strafbar und macht Kinder zu lebenslangen Opfern.
Auf www.stopchildsextourism.ch finden Sie ein Online-Formular, das vom Bundesamt für Polizei und der Stiftung Kinderschutz Schweiz entwickelt wurde, um weltweit Verdachtsfälle von Kindersextourismus zu melden.
Wie funktioniert das Meldeformular?
Das Meldeformular ist ein Behördenformular. Es fragt Ihre Personalien ab, damit nicht unter dem Deckmantel der Anonymität falsche Angaben gemacht werden können. Danach folgen sechs Fragen zu Ihren Beobachtungen. Sie müssen dabei nur ausfüllen, was Sie beantworten können. Die übrigen Felder bleiben leer.
Bereits ein kleiner Hinweis kann wesentlich zum Schutz der Kinder beitragen.
Was passiert mit meiner Meldung?
Experten des Bundesamtes für Polizei (fedpol) unterziehen die Meldungen einer ersten sorgfältigen Auswertung. Informationen, die als sachdienlich erachtet werden, gehen über die Bundeskriminalpolizei an die zuständigen kantonalen Polizeistellen oder – bei internationalen Fällen – an Interpol und Europol. Diese Stellen leiten anschliessend weitere nötige Schritte ein.
Es besteht die Möglichkeit, dass Sie für Nachfragen von der zuständigen Justizbehörde kontaktiert werden.
Sind meine Daten sicher?
Ihre Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt.
Und wenn durch meine Meldung Unschuldige verdächtigt werden?
Die Fachpersonen der Strafverfolgung sind geschult in der Einordnung von Verdachtsmeldungen und werden nur dann aktiv, wenn die Hinweise vor etlichen Rahmenbedingungen fundiert und rechtlich relevant erscheinen.
Schauen Sie nicht weg, wenn Ihnen etwas seltsam erscheint oder Unwohlsein bereitet.
Ihr Engagement
Zeigen Sie Zivilcourage und nutzen Sie das mehrsprachige Online-Meldeformular www.stopchildsextourism.ch.
Drei Schritte zum Schutz der Kinder
- Nehmen Sie Ihre Beobachtungen oder ein ungutes Gefühl ernst
- Nutzen Sie das Meldeformular auf www.stopchildsextourism.ch und geben Sie ein, was Ihnen möglich ist
- Schicken Sie das Formular ab
Um alles weitere kümmern sich die Experten.
Unser Engagement
Stiftung Kinderschutz Schweiz
Die nationale Stiftung Kinderschutz Schweiz setzt sich gegen Gewalt an Kindern ein. Mit ihrer Fachstelle ECPAT Switzerland engagiert sie sich gegen Kindersextourismus, Kinderpornografie und Kinderhandel im In- und Ausland. Seit 2003 sorgt die Stiftung dafür, dass auch Schweizer Reiseunternehmen einen international anerkannten Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus umsetzen. Dieser «Tourism Child-Protection Code» zählt über 970 Unterzeichnende in 40 Ländern. Die Kampagne «Nicht wegsehen - www.stopchildsextourism.ch» ist Teil der Aktivitäten im Rahmen des Verhaltenskodex.
Staatssekretariat für Wirtschaft
Das SECO ist das Kompetenzzentrum des Bundes für alle Kernfragen der Wirtschaftspolitik. Dabei setzt sich das SECO auch für Nachhaltigkeit im Tourismus ein und unterstützt in diesem Rahmen die Umsetzung des „Tourism Child-Protection Code“ sowie die trilaterale Kampagne zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Ausbeutung im Tourismus.
Bundesamt für Polizei (fedpol)
Die polizeilichen Aufgaben des Bundes sind im Bundesamt für Polizei (fedpol) konzentriert. Sein Kommissariat Pädophilie und Pornographie erarbeitete im Jahr 2008 mit der Stiftung Kinderschutz Schweiz das viersprachige Meldeformular für Verdachtsmomente von Kindersextourismus. Dieses Online-Formular findet auch international grosse Anerkennung.
Tourismusbranche
Die Tourismusunternehmen, die diese Kampagne mittragen, sind Unterzeichnende des «Tourism Child-Protection Code». Mit dem Verhaltenskodex verpflichten sie sich, Massnahmen zum Schutz der Kinder vor Kindersextourismus zu ergreifen. Dazu gehören Schulungen von Mitarbeitenden im In- und Ausland, die Information der Kundschaft sowie Klauseln in Partnerverträgen. Zudem müssen sich diese Unternehmen jährlich gegenüber der Stiftung Kinderschutz Schweiz verantworten.
Copyright Stiftung Kinderschutz Schweiz (2011)
